Längere AKW-Laufzeiten in Frankreich

Bereits gestern verkündete der französische Industrieminister Eric Besson, dass Präsident Sarkozy die Laufzeiten der Atomkrafte in Frankreich deutlich verlängern wolle. Die üblichen 40 Jahre Laufzeit sollen weiter ausgedehnt werden, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Der Entschluss, dass die AKWs länger als zuvor geplant am Netz bleiben, sei aufgrund der günstigen Stromerzeugung entschieden worden, zu der es noch keine überzeugende Alternative gebe.

Somit wird die französische Industrie weiterhin auf diese günstige, jedoch nicht ungefährliche Form der Stromerzeugung setzen. Andere Formen der Energiegewinnung seien durch den französischen Rechnungshof abgelehnt worden, genau wie der Neubau von Reaktoren, da diese Maßnahmen zu viel kosten würden. Da in Frankreich 3/4 des gesamten Stroms durch AKWs erzeugt wird, ist die Energieversorgung eng an den Atomstrom gebunden.

Angesichts der Ereignisse in Fukushima und der angestrebten Energiewende in Deutschland bis 2020 hagelt es Proteste aufgrund dieser Entscheidung - auch aus den eigenen Reihen. Selbst das älteste französische Atomkraftwerk Fessenheim an der Grenze zu Baden-Württemberg soll weiterhin in Betrieb bleiben. Mit der Begründung, dass Atomkraftwerke in den USA bis zu 60 Jahren genutzt würden, versuchte man diesen Beschluss zu rechtfertigen.